Beratungsbeispiele


Betriebliches Gesundheitsmanagement
Therapie-Tandem für Menschen mit Down-Syndrom: Effekte und Bewertung
Lithium bei Kleine-Levin-Syndrom absetzen?
Rauchfrei in 6 Wochen im Schlaf
Zweitmeinung zur Diagnostik der Helicobakterinfektion
Ruptur der Achillessehne. Minimalinvasiver Eingriff ohne Vollnarkose anstelle OP. in Vollnarkose oder „Spontanheilung”: in der Differenzierung liegt die Weisheit.

Morbus Coats – eine seltene Erkrankung des Auges: ist es ein bösartiger Tumor und sind andere Organe von der Erkrankung betroffen?
Therapie von Alpträumen

Lithium bei Kleine-Levin-Syndrom absetzen?

Das Kleine-Levin-Syndrom (KLS) ist eine der wesentlichsten Differenzialdiagnosen zur Narkolepsie. Neue Untersuchungen zeigen, dass auch beim KLS die sogen. Hypokretin-Konzentrationen im Liquor während der Krankheitsphasen mit erhöhtem Schlafbedürfnis vermindert sein können. Lithium gilt auch entsprechend aktueller Übersichtsarbeiten als das Medikament der ersten Wahl bei KLS und kann die belastenden Krankheitsphasen deutlich oder vollkommen unterdrücken. Lithium muss ausreichend hoch dosiert sein. Die Lithiumkonzentration im Blut muss regelmäßig kontrolliert werden, da das sogen. therapeutische Fenster schmal ist. Das bedeutet: zu wenig wirkt nicht, zu viel geht evtl. mit Nebenwirkungen einher.

Wenn das Medikament gut wirkt, sollte man mit Absetzversuchen eher vorsichtig sein.
Manche Patienten spüren auch unter Lithium, dass eine neue Phase zu kommen scheint, durch das Lithium aber offensichtlich unterdrückt wird.
Gleichzeitig bekommt jeder Patient die Rechnung in Form erhöhter Schläfrigkeit, wenn der Tagesablauf zu unregelmäßig wird.

Um einschätzen zu können, ob äußere Lebensumstände (wie z.B. Stress, Tagesablauf) einen größeren Einfluss als innere Rhythmen haben, haben sich Tagebücher bewährt.
Auf der Grundlage dieser individuellen Notizen kann eingeschätzt werden, ob ein schrittweiser Lithium-Auslassversuch zur Diskussion steht oder nicht.

Wichtiger Hinweis: Lithium ist ein stark und gut wirksames Medikament. Nicht selbst probieren, Sie sollten nur gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt entscheiden, ob das Lithium kontrolliert und in langsamen Schritten ausgeschlichen werden sollte oder nicht. Von einem sofortigen Absetzen des Lithiums wird generell abgeraten.

Aktuelle Informationen vom KLS-Kongress in San Franzisko v. 12.–14.08.2011
(1 Seite, Text deutsch)

Aktuelle Übersichtsarbeit
(in englisch aus: Arnulf, I. et al.: Brain 2005)

Aktueller Bericht über einen 16jährigen Patienten aus Deutschland
(Univ. Rostock)

Erfolgreiche Behandlung mit Lithium bei 5 Patienten aus Deutschland
(Univ. Dresden)

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Rauchfrei in 6 Wochen im Schlaf


Einzeln oder in Gruppen bis zu 8 Personen finden im Verlauf von sechs Wochen einmal pro Woche ärztliche Beratungsgespräche statt, die sich am sogen. Tübinger Modell „Rauchfrei in 6 Wochen”* orientieren. Ergänzend werden in anschaulicher Form aktuelle Kenntnisse aus der Schlafmedizin und Schlafforschung vermittelt, um die Gedächtnisbildung im Schlaf aktiv zu unterstützen. Die Finanzierung der Kurse wird bei der zuständigen Krankenkasse vorab geklärt; auch gesetzliche Krankenkassen bezahlen die Teilnahme an derartigen Präventionsangeboten. Die Kurse eignen sich insbesondere auch im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements für Gruppen aus Firmen.



* Wir danken Herrn Prof. Dr. Anil Batra aus der Univ. Tübingen für die freundliche Genehmigung zur Verwendung des von ihm entwickelten Kurses „Rauchfrei in 6 Wochen” als Grundlage des von uns konzipierten Kurses „Rauchfrei in 6 Wochen im Schlaf”. Hier ist eine Auswahl der zugehörigen Arbeiten von Batra:
1. Batra A, Buchkremer G (2006) Nichtrauchen! Erfolgreich aussteigen in sechs Schritten. Kohlhammer, Stuttgart. ISBN 3-17-019408-3, 3. Auflage 2010
2. Batra A, Buchkremer G (Arbeitskreis Raucherentwöhnung) (Hrsg.) (1997) Nichtraucher in 6 Wochen – Ein Selbsthilfeprogramm für alle, die das Rauchen aufgeben wollen. Ratingen: Preuss. ISBN 3-927826-19-7, Neuauflage: 2001
3. Batra A, Collins SE, Schröter M, Eck S, Torchalla I, Buchkremer G (2010) A Cluster-randomised Trial of Smoking Cessation Tailored to Multidimensional Smoker Profiles. JSAT 38: 128–140
4. Batra A, Collins SE, Torchalla I, Schröter M, Buchkremer G (2008) Multidimensional Smoker Profiles and Their Prediction of Smoking Following a Pharmacobehavioral Intervention. Journal of Substance Abuse Treatment 35:41–52

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Zweitmeinung zur Diagnostik der Helicobakterinfektion


Ein Patient erfährt von seiner Hausärztin, dass sie bei ihm eine Helicobakter-Infektion vermutet (Helicobakter=Infektion der Magenschleimhaut). Sie schickt ihn deshalb zu einem Internisten, der ihm eine Gastroskopie (=endoskopische Magenspiegelung) und eine Koloskopie (=endoskopische Darmspiegelung) anbietet.

Der Patient wendet sich an uns und bittet um eine Zweitmeinung. Wir teilen ihm mit, dass Helicobakterinfektionen ernst zu nehmen sind, aber nichtinvasiv mittels Atemtest (d.h. ohne Gastroskopie und ohne Koloskopie) diagnostiziert werden können. Die Sicherheit des Atemtestes beträgt 97—98% (= Spezifität und Sensitivität, d.h. Genauigkeit der Feststellung, ob diese Infektion vorliegt oder nicht). Eine Koloskopie ist nicht zur Diagnostik einer Helicobakterinfektion geeignet. Eine Gastroskopie wird bei bekannter Helicobakterinfektion allgemein erst dann empfohlen, wenn die Behandlung mit Antibiotika und weiteren Medikamenten nicht angeschlagen hat. In dieser Situation werden die Keime gastroskopisch gewonnen und im mikrobiologischen Labor näher untersucht (sogen. Resistogramm).
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Ruptur der Achillessehne. Minimalinvasiver Eingriff ohne Vollnarkose anstelle OP. in Vollnarkose oder „Spontanheilung”: in der Differenzierung liegt die Weisheit.


Eine Patientin hat sich im Rahmen einer Sportverletzung eine Ruptur der Achillessehne des linken Beines zugezogen. In der Notaufnahme einer chirurgischen Klinik werden ihr folgende zwei Behandlungsmöglichkeiten angeboten, zwischen denen sie sich entscheiden soll:
a) Operation in Vollnarkose oder

b) Gips und abwarten, wie die beiden Enden der gerissenen Achillessehne spontan wieder zusammenwachsen.

Die Patientin wendet sich ratsuchend an uns und erfährt, dass folgende Spätergebnisse nach diesen beiden Behandlungsverfahren bekannt sind:
• bei operativer Versorgung wurden in 3% der Fälle Rerupturen beobachtet, d.h. die Achillessehne ist in 3% der Fälle wieder gerissen; nach konservativer Behandlung ohne Operation ist es in 13% der Fälle zu Rerupturen gekommen.

• In mehreren Zentren werden bei der operativen Versorgung einer Ruptur der Achillessehne keine Vollnarkosen mehr durchgeführt, der Eingriff wird minimalinvasiv in Lokalanästhesie durchgeführt.

Die Patientin hat sich daraufhin zur sofortigen operativen Behandlung entschieden und ist mit dem Behandlungsergebnis inzwischen sehr zufrieden.
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Morbus Coats – eine seltene Erkrankung des Auges: ist es ein bösartiger Tumor und sind andere Organe von der Erkrankung betroffen?

Sehbeschwerden und Kopfschmerzen führten einen Patienten zum Augenarzt. Am Augenhintergrund finden sich zweideutige Veränderungen, die auf einen Tumor (sogen. Retinoblastom) oder auf seltene Gefäßveränderungen deuten (sogen. Teleangiektasien und weitere Veränderungen im Sinne eines Morbus Coats). Der niedergelassene Augenarzt weist den Patienten sofort in ein Universitätsklinikum ein. Ein Tumor lässt sich erfreulicherweise ausschließen. Die Gefäßerkrankung des rechten Auges wird mit einiger Wahrscheinlichkeit zur Schrumpfung und Erblindung dieses Auges führen.

Ist zu befürchten, dass das andere Auge befallen wird? Lässt sich die Erkrankung stoppen? Sind auch andere Organe und andere Blutgefäße, z.B. am Herzen, an den Nieren oder im Gehirn betroffen?

Umfassende Recherchen in internationalen Datenbanken ergeben, dass es sich um eine seltene Erkrankung handelt, die im vorliegenden Fall mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nur auf das betroffene Auge begrenzt bleiben wird. Andere Organe sind nicht betroffen. Gemeinsam mit Genetikern und Augenärzten lassen sich anlässlich des vorliegenden Beratungsfalles zwei Verlaufstypen der Erkrankung herausarbeiten, die bisher nicht bekannt waren. Auch für weitere Patienten mit Morbus Coats kann damit eine klare Beratungsstrategie vorgelegt werden. Die Ergebnisse sind anonymisiert publiziert worden und werden Registern und Patientengruppen für seltene Erkrankungen zur Verfügung gestellt.
→ http://www.springerlink.com/content/ydyluwujbx14day1/

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Therapie von Alpträumen

Auf der Grundlage eigener praktischer und wissenschaftlicher Erfahrungen auf dem Gebiet der Schlafmedizin konnten wir zahlreiche Patienten mit einfachen Mitteln innerhalb weniger Sitzungen von ihren Alpträumen befreien. Wir ermuntern die Patienten, ihre Alpträume zu zeichnen und im Wachzustand aktiv eigene Lösungen zu finden. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier:
→ Studie bei Kindern mit Down-Syndrom
→ Lehrbuchbeitrag
→ Tagungsbericht (FAZ v. 15.1.2006)

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